Weihnachten in Togo – diesmal etwas ruhiger

Svenja schreibt:
„Meine Arbeit im College verläuft weiterhin ziemlich gut. Leider haben wir kaum Lehrmaterial und Aufgaben müssen immer an die Tafel geschrieben werden. Es liegt an Katharina und mir, was wir als nächstes machen, aber wir können flexibel sein und z.B. auch singen. Manchmal fällt es uns noch sehr schwer, für Ruhe zu sorgen; meistes wollen die Schüler aber gerne noch singen und sind dafür sogar ruhig und arbeiten gut mit.
Seit drei Wochen gibt es eine AG in der Seconde am Lycee, wo Katharina und ich uns mit einem Deutschlehrer mit der Klasse auf deutsch unterhalten, meistens dürfen sich die Schüler ein Thema aussuchen. Dort haben die Schüler sechs Wochenstunden Deutsch und lernen entsprechend schneller an den Colleges.
Die letzten Wochen haben wir Weihnachtslieder gesungen, auch „Stille Nacht, heilige Nacht“; das wurde schon im letzten Jahr mit den ehemaligen Freiwilligen gelernt.
Von Vorteil ist, dass es das Lied in ewe und französisch gibt, sodass die Melodie bekannt ist. Die AG in der Seconde ist immer ein schöner Wochenabschluss am Freitag in der achten Stunde.
Hier ist es üblich, dass am Ende jedes Trimesters innerhalb einer Woche in allen Fächern eine Klausur geschrieben wird. Das war in der letzten Schulwoche vor den Weihnachtsferien. Für die Schüler ist es ziemlich stressig, neun Klausuren zu schreiben. Danach freut man sich wahrscheinlich umso mehr auf die Ferien.

Von Tag zu Tag merke ich, wie wohl ich mich hier fühle und wie glücklich ich bin, hier ein Jahr verbringen zu dürfen. In meiner Freizeit singe ich in zwei Chören mit. Ich freue mich auf die Proben, auch weil ich gerne mit den Menschen zusammen bin. In der Adventszeit haben wir „Stille Nacht, heilige Nacht“ und viele andere Lieder gesungen. Da sich es sonst mit der Weihnachtsstimmung eher in Grenzen hält und ja nicht mal das Wetter für mich weihnachtlich ist, ist das ganz schön. Auch haben Katharina und ich fleißig Plätzchen gebacken und verteilt, das kam echt gut ankommt.

Wir haben uns viel mit anderen ausgetauscht über Gemeinsamkeiten und Unterschiede beim Weihnachtsfest. Während es in Deutschland ziemlich groß gefeiert wird, ist hier nicht so viel los. Heiligabend beginnt um 19 Uhr mit dem Gottesdienst. Danach isst man normalerweise Fufu mit ganz vielen verschiedenen Soßen. Fufu ist ein Kloß aus Yam (schmeckt ein bisschen nach Kartoffel) gestampft wird. Das Stampfen ist echt anstrengend, aber es lohnt sich. img-20170104-wa0009Ein Video zeigt wie gestampft wird:
https://laju.protonet.info/public_links/P2IahrXh06_tEIjyYfOicQ

Die beiden Chöre haben zusammen Weihnachten gefeiert: nach dem Gottesdienst zusammen Essen zubereiten, dann essen und feiern. Am 26. ging für alle normal die Arbeit wieder los, hier gibt es nur einen Weihnachtsfeiertag.

Da wir gerade Trockenzeit haben, ist jetzt Erntezeit. Albert und seine Familie haben einige Felder. Wir haben geholfen, das Getreide Sorgeau zu ernten. Das ist ziemlich viel Arbeit, weil man alles mit den Händen machen muss. Weil aber viele Menschen dabei waren, mit denen man sich auch gut unterhalten konnte, ging die Zeit schnell vorbei. Nach der Ernte muss das Sorgeau einige Tage trocknen, bis man es mit zwei großen Stöcken dreschen muss. Danach merkt man dann auch wirklich, dass man was getan hat, weil man so ziemlich jedes Körperteil spürt. Mit den Feldern haben die Menschen hier jetzt alle Hände voll zu tun, im wahrsten Sinne des Wortes.“

Svenja Voelsen (Ehrenamtliche aus Hude) ist seit September für ein Jahr in Togo im FSJ mit der Norddeutschen Mission. Pia-Marie Kolloge (Ehrenamtliche aus Wildeshausen) ist mit dem weltwärts-Programm für ein Jahr im FSJ in Laos. Beide berichten hier regelmäßig von ihren besonderen Erfahrungen.

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