Mit Besuch in den Norden von Togo – Svenja berichtet zur „Halbzeit“ von ihren FSJ

Svenja hat „Halbzeit“ in ihrem einjährigen FSJ-Jahr in Togo und schreibt uns:

„Im Februar habe ich für drei Wochen Besuch von meinem Vater und seiner Partnerin  bekommen. In der ersten Woche habe ich ihnen in Notsé gezeigt, wie und wo ich hier lebe. Sie konnten auch erleben wie ich in der Schule arbeite.  Auch die Schüler haben sich riesig darauf gefreut, meine Eltern kennenzulernen, waren sehr freundlich und haben super mitarbeitet. Viele haben auch etwas gebastelt oder Briefe geschrieben (die ich dann ins Deutsche übersetzen musste…). Obwohl die Klassen eigentlich meistens gut mitarbeiten und Spaß am Deutschunterricht haben, waren sie selten zuvor so leise. Darum haben wir gegen Ende noch was gesungen und getanzt. Wir hatten den Schülern das Lied „Gottes Liebe ist so wunderbar“ beigebracht, was sie doch jetzt tatsächlich lieber singen als „Stille Nacht“ – endlich 😉 Auch den Kindergarten haben wir zusammen besucht. Die Kinder waren ganz aus dem Häuschen vor Freude, haben viel gesungen und getanzt und uns animiert, mitzumachen – Hauptsache wir gehen nicht gleich wieder.

Als die erste Woche vorbei war, wollten wir uns auf den Weg nach Lomé machen, um von da aus unsere Reise durch Togo zu starten. Leider endete unsere Reise aber schon morgens mit einem platten Reifen und das Ersatzrad war auch nicht besser. Am Nachmittag sind wir endlich losgekommen. Wir sind drei Tage in Lomé geblieben, haben uns die Stadt und natürlich den traumhaften Stand angesehen. Dann ging es nach Westen weiter nach Kpalimé an die Grenze zu Ghana. Die Landschaft dort ist sehr schön und ganz anders als die in Notsé oder  Lomé. Es gibt viele Berge, auch der höchste Berg Togos befindet sich in Kpalimé. Zusammen mit einem Guide haben wir zwei der vielen schönen Wasserfälle in dieser Gegend angesehen. Wegen der Trockenzeit war aber nicht so viel Wasser da. Die Fahrten auf die Berge zu den Wasserfällen waren sehr abenteuerlich: Die Straßen sind sehr schlecht und schmal. Ich weiß  nicht, was wir gemacht hätten, wenn uns ein Auto begegnet wäre; daran mochte ich gar nicht denken. Auch die Wege hatten es in sich, weil sie sehr steil sind. Zunächst ging es aber bergab (wäre es umgekehrt gewesen, hätte ich wahrscheinlich irgendwann aufgegeben). Aber der Weg hat sich wirklich gelohnt.

Außerdem haben wir auch eine Grotte in Kpalimé besucht, in der sehr viele Fledermäuse leben. Der Guide hat zwischendurch mit einem Stock auf den Boden geschlagen, sodass viele Fledermäuse aufgeschreckt wurden. Dann erst konnten wir sehen, wie viele Fledermäuse wirklich da waren. Der ganze Himmel war plötzlich schwarz.Nach drei Tagen sind wir weiter gefahren in den Norden. Wir haben kurzen einen Halt in Atakpame (ca. 60 km nördlich von Notsé ) gemacht, eine schöne Stadt, aber leider mit viel Müll. Weiter ging es nach Kara in einem Park mit Tieren; wir haben Zebras, Antilopen und Wasserbüffel gesehen.
Das nächste Ziel war Dapoaong, noch weiter im Norden. Dort ist es deutlich heißer und trockener als im Süden und die Landschaft sieht ganz andere aus: viele Berge und kleine Dörfer, die oft sehr weit auseinander liegen. Es ist so trocken, dass es hier anders als im Süden kaum Obst gibt.

Auf unserer Tour sind wir auch durch zwei Nationalparks gefahren, aber leider gibt es dort keine Tiere mehr, da sie gejagt wurden oder nach Ghana oder Benin geflüchtet sind.Auf dem Rückweg waren wir am Wahala-Denkmal: Es erzählt die Geschichte, wie Togo von einer deutschen zu einer französischen Kolonie wurde. Glücklicherweise stand auch alles auf Deutsch beschrieben. Dann war diese schöne gemeinsame Zeit schon wieder vorbei, mein Besuch musste für den Rückflug packen und ich für mein „Halbzeit-Seminar“ mit den anderen FSJ-lern in Ghana. 

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