Interesse an der „Kirchenpolitik“

Von Kerstin Kempermann (Evangelische Zeitung vom 12.01.2014)

Kirchenpolitik ist auch Politik: Aus dieser Einstellung heraus hat sich der 18-jährige Jasper Frerichs für die Landessynode der oldenburgischen Kirche beworben-und ist mit großer Mehrheit von der Kreissynode im Kirchenkreis Delmenhorst/Oldenburg-Land in die 48. Synode der oldenburgischen Kirche gewählt worden. Frerichs bekam von allen Kandidaten bei der Wahl am 8. November sogar die meisten Stimmen.

Der 18-jährige ist als Pastorensohn mit der Kirche vertraut. Doch bisher hat er noch keine Erfahrungen in den kirchlichen Gremien. Die Idee, sich für die Landessynode zu bewerben, verdankte er einem Hinweis seiner Mutter – Jasper Frerichs Eltern sind beide Pastoren in Delmenhorst. Eigentlich hatte der 18-Jährige nach einer Partei gesucht, in der er sich politisch engagieren könnte. Doch letztlich sagte ihm keine der Parteien zu. In dieser Situation erzählte ihm seine Mutter von der bevorstehenden Synodenwahl -und Frerichs bewarb sich.

Von dem sehr guten Ergebnis bei der Wahl war der 18-Jährige schon etwas überrascht. „Viele haben mir hinterher gesagt, dass sie es wichtig finden, wenn auch die jüngere Generation in der Synode vertreten ist“, berichtet er. Und: vielen Kreissynodalen war er durch seine Mitgliedschaft in der Band Iksona schon bekannt.

Seit 2008 singt Frerichs in der Band der evangelischen Jugend des Kirchenkreises und spielt Gitarre. Regelmäßig tritt die Band bei den Jugendgottesdiensten in der Stadtkirche auf. Frerichs weiß, dann kommen nicht nur die Jugendlichen, sondern auch viele Erwachsene.

Welche Themen ihn in der Landessynode besonders interessieren werden? „Da muss ich erst mal schauen“, gibt der Neuling zu. Leider habe er es im November nicht geschafft, die Synodentagung in Rastede zu besuchen. „Ich gehe ja noch zur Schule, das passte zeitlich einfach nicht“, berichtet er. Den Newsletter habe er aber sehr aufmerksam durchgelesen, schließlich will er vorbereitet sein.

Frerichs hat Respekt vor der neuen Aufgabe, aber keine Angst. Auch wenn er wahrscheinlich der Jüngste sein wird, freut er sich auf die Aufgaben. Und er weiß: Vom Oberkirchenrat werden zwei weitere Jungsynodale berufen, so dass er durchaus auf Gleichaltrige treffen kann.

Bei seinen Freunden erntet er für die Entscheidung, sich in der Synode der oldenburgischen Kirche zu engagieren, durchweg Respekt: “Die Freunde denen ich es erzählt habe, finden es gut, dass ich das mache.“ Ungewöhnlich sei es für die meisten aber schon, gibt er zu. Bei seinen Bandkollegen freut man sich natürlich besonders über sein Engagement. „Gerade im Bereich Popularmusik passiert in der oldenburgischen Kirche derzeit viel, da ist es toll, dass Jasper mit in der Landessynode sitzt“, freut sich Diakon Martin Kütemeyer.

Los geht es für Frerichs und alle anderen Synodalen am Mittwoch, 15. Januar. Dann findet die konstituierende Sitzung der 48. Synode in der St.-Lamberti-Kirche in Oldenburg statt. Die Synode besteht zu einem Drittel aus Pastorinnen und Pastoren und zu zwei Dritteln aus anderen Gemeindegliedern. 54 Mitglieder (36 Laien, 18 Pfarrerinnen und Pfarrer) werden von den Kreissynoden gewählt. Weitere sechs Synodale werden vom Oberkirchenrat berufen.

Jasper Synode Bild

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