Allein vor 100 Schüler*innen – Svenjas FSJ in Togo

Svenja schreibt:
Inzwischen sind Katharina und ich schon vier Wochen in Notsé. Wir haben uns schon etwas mehr eingelebt und Leute kennengelernt, mit denen wir uns oft treffen.

Vor zwei Wochen konnten wir ein Projekt der EEPT ( église évangélique presbyterienne du Togo) kennenlernen: EPE (enfants pour enfants). In Sketches von Kindern bei einem Kinderfest wurden die Projekte, aber auch Probleme dargestellt. Leider konnte ich das in Ewe Gesagte noch nicht alles verstehen, aber manches wurde erklärt. Zu den besonders gelungenen Projekten gehört ein Krankenhaus, das in dem Dorf errichtet wurde.

Nach zwei Monaten geht hier jetzt auch die Schule wieder los, dieses Jahr etwas verzögert wegen einer großen Versammlung in Lomé.
Katharina und ich konnten schon vor Schulbeginn auf einer Konferenz die Lehrer kennenlernen. Das College, an dem wir arbeiten ist nicht sonderlich groß; die Anzahl der Lehrkräfte ist darum überschaubar.
Katharina und ich unterrichten in den Klassen Cinquième (das entspricht der sechsten Klasse in Deutschland) und Quatrième (siebte Klasse) im Fach Deutsch, was unsere Vorgänger angefangen haben. Zunächst unterrichten wir zehn Stunden in der Woche in den beiden Klassen.
Damit unser Französisch schnell besser wird, sollen wir auch noch in den ersten Monaten am Französisch-Unterricht teilnehmen und auch für den Ewe-Unterricht wurden wir schon eingeplant.

Wir sind erst die zweiten Freiwilligen in Notsé. Deshalb gibt es den Deutsch-Unterricht erst ein Jahr.
Am ersten Schultag, der mit einem Gottesdienst begann, mussten wir gleich die ersten beiden Stunden unterrichten:  eine Klasse mit über 100 Schülern und das alleine!
Wir fühlten uns natürlich ein bisschen „ins kalte Wasser geworfen“ und wussten nicht so recht, womit wir anfangen sollten, zumal wir nicht mal den Hauch einer Ahnung hatten, wie wir Ruhe in den Klassenraum bekommen würden. Zu unserem Glück hat uns dabei aber dann noch ein Lehrer geholfen. Zum Einstieg haben wir mit den Schülern die Zahlen von eins bis zehn wiederholt; das hat gut geklappt. Auch das Alphabet konnten die Kinder ohne weiteres aufsagen. Dann haben Katharina und ich ein paar Wörter an die Tafel geschrieben, die die Schüler laut zusammen vorgelesen haben. In so großen Klassen ist vor allem Frontalunterricht angesagt.

Grundschule: Vor dem Unterricht stehen die Kinder klassenweise draußen und singen ein Lied. Nacheinander gehen sie dann in die Klassenräume. Vorn rechts sind die Kindergartenkinder.

Grundschule: Vor dem Unterricht stehen die Kinder klassenweise draußen und singen ein Lied. Nacheinander gehen sie dann in die Klassenräume. Vorn rechts sind die Kindergartenkinder.

Die Schule beginnt um 6.40 Uhr und endet nach insgesamt sieben Stunden und zwei großen Pausen um 14.10 Uhr. Montags beginnt der Schultag mit einem Gottesdienst und endet mittags nach fünf Unterrichtsstunden. Ich selber habe zur Zeit zehn Unterrichtsstunden über die Woche verteilt, so dass ich bald zusätzlich andere Lehrer unterstützen kann und außerdem im Kindergarten arbeiten werde.

Am Wochenende konnten wir jetzt auch endlich in unsere frisch renovierte Wohnung einziehen. Es ist hier wirklich sehr schön geworden, aber leider fehlt noch ein Herd, den wir aber bald bekommen sollen. Wir beide haben jede ein Zimmer, eine  große Küche und neben dem kleinen Bad noch ein Wohnzimmer, wo wir mit Freunden zusammen sitzen können.

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